Männer und die Überforderung


Der Mann und die Überforderung

Frage: „Was geht beim Manne vor, wenn eine Frau sagt: „Bin überfordert, habe mich überfordert, langsamer angehen.“

…aus unserer beliebten Reihe „Uli Döring erklärt der Frau die Männerwelt“. (Den Doktortitel hat Herr Döring vorübergehend abgegeben. Zurzeit erwehrt er sich mit Hilfe seines Anwalts Plagiatsvorwürfen. Er soll alles von einer Cornflakesschachtel abgeschrieben haben.)

***

Leck mich am Arsch. So eine Frage kann auch nur von einer Frau kommen. Diese bekloppten Weiber. Oh – wir sind schon auf Sendung? Es wird schon gelesen? Auch von Frauen? Oh…ich meinte nicht Sie, meine Dame!

Kommen wir am besten gleich zum Thema: Was denkt ein Mann, wenn die Frau ihm sagt; „Ich bin überfordert“? Und: „Langsamer angehen“? Lassen wir einmal außer Acht, dass der Mann für gewöhnlich überhaupt nicht denkt, dann würde ich sagen: Das hängt ein wenig vom Kontext ab.

Ein Blick ins Gehirn

Prinzipiell kann der Mann wenig mit dem Begriff „Überforderung“ anfangen. Das scheint eine dieser Stilblüten aus Vokabular der Damenwelt zu sein. Eigenartige Formulierungen, wie etwa auch:

„Was macht das mit mir?“

Der Mann sagt eher so was wie: „Watt is denn hier kappott?“

Ja, er kennt sie schon, die Überforderung. Aus Erzählungen. Aber er registriert sie nicht. Immerhin ist er der Erfinder des Burn-Out-Syndroms. Welches bekanntlich auch die Frau ereilen kann. Weil der Mann nicht mitkriegt, wenn sie von ihrer Überforderung spricht und ihr hilfreich zur Seite springt und ihr Gehör leiht. Aber was sollte er ihr auch schon raten? Überforderung ist für ihn das unentdeckte Land. Denn der Mann kennt nur zwei Zustandsformen:

„Et läuft“ und „Ich bin im Arsch.“

Wie er in den Arsch gekommen ist, bleibt dem Mann normalerweise rätselhaft. Aber Apropos „läuft“:  Da ist er wie der gute alte VW-Käfer.

Er läuft und läuft und läuft…

Der gute alte Käfer macht so lange wie er kann und dann klappt er tapfer, still und leise zusammen. Der macht auch nicht viel Gerede. Wo sollte das hinführen?

„Huch, ihr wollt mit mir in den Urlaub fahren. Aber packt mich nicht so voll. Wenn ich es mir recht überlege, glaube ich, ich bin noch nicht so weit. Wir sollten es langsamer angehen. Also keine Autobahnen bitte.“

Der Mann würde sich auf eine solche Diskussion mit seinem Gefährt auf keinen Fall einlassen. Von seinem Auto erwartet er neben der Verrichtung seiner originären Aufgabe allenfalls hilfreiche Hinweise oder knackige One-Liner. Siehe „Knight Rider“.

Auf dem Jacobs-Weg in die Vergangenheit

Die weibliche Aussage „ich bin überfordert, bitte langsamer angehen“ zielt sehr wahrscheinlich auf Beziehungsdinge ab.

Bei so einer Aussage stutzt der Mann. Er ist fürchterlich verstört – so wie die gute Hausfrau in den Jacobs-Krönung-Werbespots aus den 80ern, die sich am liebsten aus dem Fenster stürzen würde, weil die Kaffeetassen nur HALB LEERGETRUNKEN sind, da sie sich eben nicht für die richtige Kaffeesorte mit dem Verwöhnaroma entschieden hat

Und genau wie die verunsicherte Hausfrau aus den 80er Jahren, die soeben ihr Gesicht verloren hat, geht es dem Mann mit so einem leichten Nachhall durch den Kopf:

„Wie, überfordert? Wir hatten doch bloß Sex. Und vielleicht ein paar Mal Kino. Und ich hab sogar bezahlt. Naja, und ein bisschen was fummeln. Was kann sie denn daran überfordert haben? Okay, vielleicht hätte ich nicht versuchen sollen, für sie zu kochen. Aber die ganzen SMS hat SIE doch MIR geschrieben?! Hätte sie doch nicht machen müssen. Fragt mich jemand, wie anstrengend es war, die ganzen SMS` zu lesen – nach 17 Bier?“

Ja – hier ist der Mann auf der Evolutionsstufe der Hausfrau in den Werbespots der 80er stehen geblieben. Und das ist auch schon das Stichwort für mein Lieblingsthema: Evolution! Oder warum wir nicht anders können, als wir tun!

Wir Männer – die Geißel der Evolution

Evolutionsbedingt sind wir Männer Getriebene. Ständig auf der Überholspur des Geschlechtsverkehrs. Da bleibt gar keine Zeit für Überforderung!

Nicht nur, dass wir oft schon lange fertig sind, wenn der Motor der Frau sich gerade erstmal aufgewärmt hat. Nein. Es ist die Bürde des Mannes, seine Gene möglichst breit und dauerhaft zu streuen. Wer weiß, vielleicht ist es ja seine Bestimmung, den künftigen amerikanischen Präsidenten zu zeugen. Den Retter der Welt! Oder meinetwegen, des deutschen Fußballs. Oder gar den ultimativen Frauenversteher! Das klappt nun einmal nicht mit jeder x-beliebigen Dame. Da muss schon alles passen! Das erfordert immerwährenden Versuch und Irrtum! Versuchen, versuchen, versuchen! Training ist alles!

Viele meiner Geschlechtgenossen halten sich aus diesem Grunde neben Ehefrau noch die ein oder andere Beischläferin aus den Tiefen des Worldwidewebs, die sich unwissentlich dazu bereit erklärt hat, dem ehrenvollen Projekt „Zeugung des ultimativen Frauenverstehers“ zu dienen, während die nächste schon in den Startlöchern wartet. Alles für die Menschheit!

Und so jongliert der Mann ständig in seinem kleinen Netzwerk mit unterschiedlichen Liebesschwüren, gutgemeinten Ausflüchten (er will ja keine der Damen benachteiligen) und führt penible Statistiken, um ja nicht durcheinander zu kommen. Aber eben zu kommen. Er kommt und kommt und kommt.

Ein Mann – ein klares Wort!

Dieser ganze Überforderungs-Schwachsinn…Verzeihung, ich wollte schreiben: diese ganze Überforderungs-Thematik – hat natürlich auch eine kommunikative Komponente.

Die Frau scheint die verhängnisvolle Neigung zu besitzen, bestimmte Dinge mit sich selbst auszumachen beziehungsweise nur in kryptischen Signalen zu sprechen.

Aber es ist nicht nur, dass sie nichts sagt. Selbst wenn sie was gesagt hätte – es klingt für den Mann wie marsianisch. Oder venusianisch meinetwegen. Ständig benutzen Frauen Begriffe, die kein Mann versteht:

„Überforderung…blablabla…woran denkst Du gerade…blablabla….lass uns kuscheln….blablabla…“

Die Liste könnte endlos fortgesetzt werden. Wieso reden Frauen immer erst, wenn es schon zu spät ist – und dann auch nur so, dass man nichts versteht? Warum können Frauen nicht einfach sagen, was Sache ist?

Ja: Ein Mann würde sich klare Ansagen wünschen, die er verstehen kann. Die irgendwie einleuchtend für ihn sind. Auf diesen ganzen Butschi-Butschi-Mist mit „Überforderung“ kann er verzichten. Er braucht handfeste Informationen, die sich mit seinem Erfahrungshorizont decken, um zu verstehen, was die Frau eigentlich von ihm will (oder nicht mehr von ihm will, je nachdem). Ein paar Beispiele:

„Ich würde gerne noch ein paar andere Typen ausprobieren!“

„Ja klar fand ich dich gut. Aber da wusste ich auch noch nicht, dass du nachts furzt.“

„Hör mal! Das ich dich süß finde, sollte ein Witz sein.“

Kompromisslose Ehrlichkeit kann manchmal sehr weh tun. Aber sie hilft, Missverständnissen vorzubeugen.

Gut, das es den Fußball gibt

Soweit zur Überforderung.

Ein anderer Teil des Eingangszitats kommt dem Mann ein wenig vertraut vor: Langsamer angehen.

Das haben wir Kerls schon mal gehört. Beim Fußball.

Abwehrriegel. Geduldig spielen. Doch auch das sind taktische Anweisungen, die dem Naturell des Mannes widerstreben und die er demzufolge auch nur sehr ungerne umsetzt.

Er, der Mann, ist dazu geschaffen, in den Strafraum einzudringen – das ist beim Fußball nicht anders als beim Sex. Wenn es nach der männlichen Natur ginge, bestünde eine Fußballmannschaft aus elf Stürmern und keinem Trainer.

Natürlich sind nicht alle Männer so. Sehr wohl gibt es auch verständnisvolle Männer, die eine Antenne für die Bedürfnisse der Frau haben und durchaus bereit sind, Kompromisse zu schließen.

„Langsamer angehen? Ja, daran habe ich auch schon gedacht, weißt Du? Hmmm…lass uns doch erst einmal eine Zeit lang auf das ganze Reden und Kuscheln verzichten und uns einfach nur ficken.“

Ja, liebe Frau: Auch so kann der Mann sein.

Lösungsansatz: Frau sucht Frau

Natürlich wollen wir alle nicht, dass sich irgendjemand überfordert fühlen muss. Vielleicht wäre es ein prophylaktisch wertvoller Lösungsansatz, mutmaßliche Objekte der weiblichen Begierde im Vorfeld einen Fragebogen ausfüllen zu lassen. Um sicherzustellen, dass sich die gegenseitigen Ambitionen in Bezug auf eine intensiviertere Kontaktaufnahme decken. Das machen diverse Singlebörsen und Partnervermittlungen jetzt ja auch. Wenngleich die ausgeklügelten Fragebögen eher an Test zum Ausschluss psychischer Defekte erinnern. Soll aber funktionieren, wenn man der Werbung glauben schenken darf.

Noch besser wäre es natürlich, die Frau würde selbst einen Fragebogen ausfüllen. Er muss ja nicht allzu bürokratisch aufgemacht sein. Um festzustellen, dass sie mit ihren Bedürfnissen zusammenpasst. Sozusagen eine Kontaktanzeige für sich selbst. Das Praktische daran: Es hilft auch, sich selbst zu finden.

Eine Menge Geschwafel, nicht wahr? Nun, ich hoffe, dieser Erklärungsversuch überfordert sie nicht. Und wenn doch: Gehen Sie es einfach langsamer an. Wenn Sie jeden Tag nur einen Satz lesen wollen – kein Problem! Papier ist geduldig. Und: Ich habe dafür wie immer Verständnis.

 

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