Frauenfußball: Eine Erfolgsstory im Abseits


Es klugscheißt für Sie: Uli Döring (Frauenversteher und Chauvinist)

Frage: „Warum dürfen Frauen nicht Fußballspielen – obwohl sie schon zweimal Weltmeister waren?“

Eigentlich eine komische Frage: Warum Frauen nicht Fußballspielen dürfen – obwohl sie schon zweimal Weltmeister waren… Ich frag mich: Wieso? Dürfen sie doch. Das beweist doch die aktuelle laufende Frauenfußball-WM. Aber müssen Männer das gut finden? Ich glaube, darauf zielt die Frage eigentlich ab.

In der Tat machen sich Männer nicht allzu viel aus Frauenfußball. Ich bin da keine Ausnahme. Obwohl ich durchaus anerkenne, dass die Mädels was am Ball können. Nicht umsonst waren sie schon, wie oben erwähnt,  zweimal Weltmeister. (Genau genommen schon öfter, aber scheinbar geht es hier nur um deutsche Frauen.)

Aber eben nur Weltmeister im Frauenfußball, was das Ganze für den Mann gleich schon wieder relativiert. Das ist nicht abwertend gemeint. Frauenfußballweltmeister zu werden, das schaffen nur Frauen. Aber wieso werden Männer mit der kickenden Damenwelt einfach nicht warm? Hör ich doch einfach mal bei mir selber nach.

Ich betrachte mich als Frauenversteher und gönne den Damen grundsätzlich alles. Auch, dass sie sich in Berufen verwirklichen, die ursprünglich für Männer erfunden wurden.

Wetteransagerin? Ja.

Polizistin? Gerne. (Ich mag es komischerweise sehr, wenn Frauen mit Handschellen auf mich zukommen.)

Bundeskanzlerin? Ja, meinetwegen auch das.

Ein paar Sachen kann ich mir aber einfach nicht vorstellen. Zum Beispiel Frauen als Zuhälter oder als Papst. Und das ist ehrlich nicht frauenfeindlich gemeint. Ich könnte mir auch keine Hunde als Bürovorsteher vorstellen. Selbst wenn sie Talent dazu hätten. Das passt irgendwie nicht in mein Weltbild. Hunde jagen Postboten.

Naja – und Frauenfußball? Es ist wohl eine Tatsache, dass es ihn gibt. Angeblich existieren Fernsehbilder, die das beweisen. Okay, das muss man akzeptieren. Der Gedanke an Frauen auf dem Fußballplatz wirkt auf den Mann allerdings irgendwie verstörend. So wie der Anblick von Conchita Wurst. Irgendetwas sagt dem Mann: Da stimmt doch was nicht. Das hat Gründe.

Der Fußball ist ja nicht einfach so da. Er ist eine über Jahrzehnte gewachsene und fest verwurzelte Männerdomäne. Er ist Ausdruck  all dessen, was einen Mann zum Mann macht: Rau. Ungehobelt. Körperbetont. Ein Kampfspiel. Ein Männersport. Ganz bestimmt wurde beim ersten Fußballspieler nicht gegen einen Ball getreten, sondern gegen einen Granitblock.  HUAAARRRGGHHH!!!

Das ist Fußball für den Mann: Besoffen ins Stadion fahren. Gegenspielern an die Gurgel gehen. Sich den Schritt kratzen und mehrmals auf den Rasen spucken. Vor dem Fernseher fluchen. Fußball braucht nicht nur Talent. Fußball braucht Testosteron!

All das finden sich auch in der Fußballsprache wieder. Es heißt ja nicht umsonst Mannschaft. Oder Schwalbenkönig. Sowas lässt sich nicht ins Weibliche übertragen. Wie bitte würde sich Schwalbenprinzessin anhören? Aus letzter Mann wird letzte Frau. Und dann wäre da natürlich auch noch die Torwärtin. Olivia Kahn könnte sie heißen.

Ganz zu schweigen von Begriffen, die von unterschwelliger männlicher Potenz zu berichten scheinen: Latte. Freistoß. Die Null muss stehen. Und das unvergessene Zitat der ehemaligen Reporterlegende aus dem Ruhrpott:

„Da wichst er vorbei!“

Danke, Werner Hansch. Ein Jahrhundertkommentar!

Ich denke, der Fußball entspricht nicht eurer Natur, ihr lieben Frauen. Das wird mir immer wieder bewusst, wenn Frauen nichts Besseres zu tun haben,  als Fußballer nach dem Aussehen zu beurteilen.

„Der Cristiano Ronaldo ist ja schon ein Leckerchen!“

Nein, ist er nicht! Er ist ein geschniegelter, tuntiger, selbstverliebter Pfau, der beim Freistoß grundsätzlich so aussieht, als hätte er sich in die Hose gekackt. Aber vor allem ist er ein ziemlich geiler Dribbler. Fußballer wegen des Aussehens der Spieler zu sehen, ist ungefähr so, als würde ein Mann „Shopping-Queen“  gucken, weil ihn die taktischen Laufwege interessieren.

Glaubt mir, liebe Leserinnen: Ihr braucht den Fußball nicht. Fußballer sind Idioten! Seid Ihr Idioten? Nein, natürlich nicht! Ihr seid engelsgleiche Wesen! Intuitiv, zart und weise! Wir wollen nicht sehen, wie ihr auf den Rasen rotzt, den Schiri anpöbelt oder bescheuerte Interviews gebt. Dafür gibt´s den Podolski. Und den lieben wir, weil es genau seinem Naturell entspricht, sich so zu verhalten.

Ihr habt so viele eigene schöne Domänen, liebe Frauen. Domänen, die wir Männer instinktiv respektieren: Shoppen gehen. Menstruation. Intuition. Diddl-Mäuse. Und Sportarten wie Nordic-Walking, Synchronschwimmen, Schlammcatchen und staubsaugen. Alle für euch erfunden.

Ihr müsst uns nichts beweisen. Und vermutlich werdet ihr uns nicht bekehren, solange es nach dem Spiel nicht zum Ganzkörper-Trikottausch kommt. Aber ich fürchte, auch dann würden wir erst ab der 88. Minute einschalten. Aber das kann`s ja auch nicht sein – oder?  Wenn es schon was mit dem Ball sein soll – warum dann nicht einfach Ballkönigin?

Doch das sind natürlich nur meine Thesen. Sie sollen euch nicht davon abhalten, weiter Fußball zu spielen. Solange der Abwasch nicht liegen bleibt.* (*Anmerkung: Freiwillige chauvinistische Selbstkontrolle des Autors).

Wenn ihr Weltmeisterinnen werdet, sind wir mächtig stolz auf euch. Garantiert. Falls wir´s denn mitbekommen. Und spätestens dann wird die Geschlechterbrille wieder abgenommen  – versprochen. Denn dann heißt es: WIR sind Weltmeister! Schon wieder! Testosteron marsch!

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