Woran der Mann gerade denkt…


Heute geht es um die Mutter aller Beziehungsfragen. Nein, gemeint ist nicht: Willst Du mich heiraten?“  Gemeint ist:

„Woran denkst Du gerade?“

In 98% der Fälle wird der Mann reflexartig erwidern: „An Nichts!!!“ Und so komisch es auch klingt: Es kann der Wahrheit entsprechen. Wie kann es sein, dass wir Männer solch Künstler im „Nichts-Denken“ geworden sind?

Die Frage kann ja durchaus lieb gemeint sein und signalisieren, dass die Frau sich für die Gedankenwelt des Mannes interessiert. Doch sie macht Männer regelmäßig nervös.

Der weibliche Versuch, in das männliche Gehirn einzudringen, kann verstörend wirken. Wenn Gott gewollt hätte, dass die Frau weiß, was der Mann denkt, hätte er den Frauen einen Gedankentransmissionshelm gegeben. Oder den Männern einen Mund.

Aber was hat er den Männern stattdessen gegeben? Die Abseitsregel. Und wieso? Weil Gott will,  dass den Mann etwas Geheimnisvolles umgibt.

Männer brauchen es manchmal, mit sich allein zu sein. Genauso wie Frauen es manchmal brauchen, stundenlang Klamotten kaufen zu gehen. In diesem Zusammenhang taucht übrigens häufig eine weitere Frage auf, die Männer schnell ins Schleudern bringen kann und schon die Ursache vieler Beischlafboykotte gewesen sein dürfte:

„Steht mir das?“ lautet sie.  Die Tante aller Beziehungsfragen.

In den seltensten Fällen haben Männer dazu eine Meinung. Wenn es nach ihnen ginge, könnten Frauen die ganze Zeit nackt rumlaufen. So ist der Mann. Eher praktisch veranlagt.

Darum finden sich auf der Titelseite der „Bild“ in jeder Ausgabe Fotos von jungen Damen mit nackten Brüsten, die ihr sehr gut stehen. Darunter finden sich in der Regel Bildbeschreibungen wie „Gabi fühlt sich gerne schmutzig“.

Und nicht etwa „Gabi fragt sich des öfteren, ob ihr Birkenstocksandalen stehen und was ihr Freund gerade denkt“. Das wäre die völlig falsche Art, einen Mann zum weiterlesen anzuregen. Nicht, daß es den typischen Bildleser interessiert, warum Gabi sich gerne schmutzig fühlt. Ist doch ihr Problem.

Erklärungen braucht es gar nicht.  Das Foto reicht dem Mann völlig aus. Männer wissen nämlich instinktiv, daß sie nur verlieren können, wenn sie mehr über Gabi lesen. Dass Gabi zum Beispiel auf Männer steht, die Einmeterneunzig groß sind, Humor haben und die Vereinigten Staaten regieren. Die wenigsten Bildleser vereinen all diese Merkmale in sich. Und deswegen könnte der Artikel unter Gabis nackten Brüsten auch locker auf arabisch geschrieben sein. Es würde vermutlich niemanden auffallen.

Der Mann blättert in der Regel direkt zum Sportteil weiter, der sich mit Fragen befasst, die ihn wirklich interessieren.

„Braucht der Fußball den Video-Beweis?“ zum Beispiel. Sowas regt den Intellekt des Mannes an und weckt sein Mitgefühl.

Fassen wir mal zusammen: Wenn eine Frau den Mann fragt, woran er gerade denkt, können folgende Antworten der Wahrheit entsprechen:

1: „Den Video-Beweis im Fußball selbstverständlich“

2: „Gabis Möpse“

3: „Nichts“

Ich nehme an, dass keine der Antworten eine Frau begeistert (vielleicht abgesehen von Gabi). Antwort Nummer drei besitzt allerdings zusätzlich die Aura des Unerklärlichen.

Diese Form der Primitivheit des „Annichtsdenkens“ dürfte den weiblichen Verstand völlig übersteigen. Oder untersteigen, wenn man so will.  Natürlich ist die Frau der Meinung, dass „an nichts denken“ undenkbar ist.

Doch was für Frauen undenkbar ist, ist einer der liebsten Zeitvertreibe des Mannes! In wenigen Dingen ist ein Mann so gut wie darin, an Nichts zu denken. Zumindest denken die Männer, daß sie an nichts denken. In Wahrheit denken sie daran, woran sie gerade denken sollen und glauben, an nichts zu denken. Das ist schwer zu beschreiben, wurde aber von einem sehr klugen Mann nach sehr viel Bier in einem Kölner Brauhaus statistisch bewiesen.

Es handelt sich hierbei um einen geschickten Trick der Evolution. Würden Männer nicht hin und wieder an nichts denken, würden sich ihre Gedanken nämlich pausenlos um Sex drehen. Wohin das führen kann, sieht man ja an China. Hoffnungslos überbevölkert. Die chinesischen Männer scheinen unter einem Gendefekt leiden, der es ihnen unmöglich macht, an nichts zu denken. Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, die chinesische Bevölkerung in eine Grundsatzdiskussion über den Video-Beweis im Fußball zu verwickeln. Oder die Torlinientechnik. Aber darüber können sich gerne schlauere Menschen als ich Gedanken machen.

Also, liebe Frauen, wir meinen es nicht böse. Wir denken wirklich oft an nichts, um Deutschland vor der Überbevölkerung zu bewahren.  Vielleicht verkneift ihr euch einfach die besagte Frage, so verlockend sie auch sein mag. Das Ergebnis kann nur in einer Enttäuschung enden.  Wenn ein Mann euch seine Gedanken/Wünsche/Gefühle mitteilen möchte, wird er das schon tun. Proaktiv, wie man heute so schön sagt.

Und seht doch bitte ein, daß es den Männern egal ist, was ihr anzieht. Oder besser noch: Laßt es einfach aus. Wir Männer akzeptieren ja auch diese winzigkleinen Rucksäckchen, die ihr so liebt, mit den kleinen Diddl-Maus-Plüschtier-Anhängern, die ihr so süß findet.

Also, es wäre schön, wenn jetzt eines  der großen Missverständnisse zwischen Männern und Frauen beseitigt wäre. Und ich versuch jetzt mal, die Adresse von dieser Gabi herauszufinden, die sich angeblich gerne schmutzig fühlt. So was hör ich zum ersten Mal. Ganz offenbar hat diese Person ein erhebliches psychisches Problem.

Sollte es zu einem Treffen kommen, nehme ich  sicherheitshalber `ne Kamera mit. Für den Video-Beweis.

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