Zählen Frauen eigentlich Kalorien?


Was für eine nette Frage. Nein, wir Frauen zählen keine Kalorien. Wir leben die Kalorien. Wir essen die Kalorien. Wir inhalieren sie. Wir zeigen die Kalorien. Und ja, wir drücken die Kalorien tatsächlich aus! Grundsätzlich zählen Frauen alles, was sie zählen können. Ihre Lover, ihre One-Night-Stands, ihre Freunde, ihre Lippenstifte, ihre Nagellacke, ihre Taschen, ihre Schuhe… sie lassen einfach nichts aus. Frauen wären die perfektesten Inventurzähler für Bauhäuser, insbesondere für Nägel und Schrauben. Denn: Für sie zählt ausschließlich das gängige Inventurprinzip „zählen, messen und wiegen“.

Ich frage mich sehr häufig, warum es heißt, dass Männer die mathematischen Zahlenakrobatiker sind. Hat man einmal einer Frau zugehört, die ihre Besitztümer aufgezählt und die zusätzlich über den Gehalt von Kalorien und Nährstoffen inklusive der Umrechnung in Kilojoule und Nährstoffeinheiten pro Tag doziert hat, der wird niemals mehr daran zweifeln, dass die Frauen die eigentlichen Mathe-Genies sind.

Beispiel: Kohlenhydrate. Akribisch werden hier die kleinsten Werte zusammengerechnet, dann wieder abgezogen, Mengen miteinander verglichen und selbst der letzte Kaugummi noch einberechnet. Zwischenzeitlich wird noch überlegt, ob und mit welchem Sport das kleine Kohlenhydratchen abtrainiert werden könnte, um sich dann zu versichern, dass allein der Gedanke daran schon eine Flut von Kalorien verbraucht, weil man schließlich auch Kalorien verbrennt, wenn man nur theoretisch über etwas nachdenkt. Frei nach einer bekannten Theorie formuliert: Man kann nicht nichts tun. Und auch bei diesem Gedankengang purzeln sofort wieder einige Pfunde oder Joules die Hüften hinunter und werden in die Tabelle eingetragen und umgerechnet.

Doch zurück zur Inventur: Nachdem wir alles gezählt, gemessen und gewogen haben, tragen wir das Ganze ins Inventar ein, dann stellen wir unsere T-Konten auf, berechnen später unseren hoffentlichen Gewinn oder auch unseren Verlust. Doch halt – ist es im Kalorien-Kontext nicht besser umgekehrt?

Was in diesem Zusammenhang wirklich spannend ist, ist die Tatsache, dass das Kalorienzähl-Thema gänzlich alle Gesetze der Buchhaltung außer Kraft setzt, denn normalerweise kann es nur einen Gewinn oder einen Verlust geben.

Wenn man aber die Kalorien zählt, misst und wiegt, diese dann ins Inventar und in die T-Konten einträgt und daraufhin den Gewinn und Verlust berechnet, so wird man schnell feststellen, dass man vor einem wahrlich buchhalterischen Phänomen steht: Nämlich, dass es hier möglich ist, einen Verlust in einen Gewinn umzuwandeln. Das ist in der Tat einzigartig.

Dieses zentrale Glücksgefühl des Erkennens, die Herausforderung und natürlich auch den Wunsch, bestehende Gesetze gehörig ins Wanken zu bringen, meine Herren, bringt uns dazu, auf so einen Pisselkram wie Kalorien zu achten, diese zu hegen und pflegen und wieder und wieder zu zählen. Allein nur, damit wir später, wenn wir vor einem paradoxen Phänomen stehen, die Nerven bewahren, uns stolz aufrichten und dieses mit der uns angeborenen Schnelligkeit lösen können. Selbstverständlich verbrennen wir dabei eine Unmenge an Kalorien.;)

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