Komm aus dem Quark, Mann (Teil 1 von 3)


Aus Uli Dörings Welt der wilden Theorien

Servus! Mal sehen, was will die Damenwelt denn heute schönes wissen?

Frage: „Weshalb kommen manche Männer nicht aus dem Quark und verspielen so ihre Chance? Und nachdem sie im Schneckentempo agieren, warum wollen sie einfach nicht verstehen, warum sie zu spät sind?“

Soso. Eine gute Frage. Natürlich wäre es an dieser Stelle erst einmal interessant zu wissen, in welcher Situation sich Mann, Frau und Quark am Ausgangspunkt dieser Aufgabenstellung befinden. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Situationen, bei denen wir Männer sehr wohl aus dem Quark kommen. Wo wir richtig Gas geben können. Etwa, wenn neue Sonderangebote beim Elektronikfachgeschäft unseres Vertrauens rauskommen. Wenn es gilt, gute Plätze in einer notorisch überfüllten Kneipe zu ergattern. Oder wenn ein Weibchen uns Avancen macht. Wobei es hier schon mentalitätsbedingte Unterschiede gibt, die von der Avancengeberin als Desinteresse oder Lahmarschigkeit fehlinterpretiert werden können. Als gute Alternativgründe fallen mir spontan Schüchternheit, übergroße Vorsicht oder gleichzeitiges Koordinieren von mehreren potenziellen Bettpartnerinnen ein. Schauen wir uns das mal genauer an.

 

Der Schüchterne

Der schüchterne Mann leidet schon seit frühester Jugend an Selbstzweifeln bis hin zu ausgewachsenen Minderwertigkeitskomplexen. Wahrscheinlich war es ihm unglaublich peinlich, eines Tages aufzuwachen und sich in der Pubertät zu befinden. Er dürfte alles unternommen haben, die Anzeichen wie Stimmbruch, Akne und erste Erektionen mit Ausreden wie Heiserkeit, Allergien und einer leichten Schwellung vor seiner Umwelt und sich selbst zu vertuschen. Am liebsten wäre er beim Eintritt in die Erwachsenenwelt draußen vor der Tür stehen geblieben.

Und heute? Ich würde sagen, er hat den Begriff vom „Kind im Manne“ zur Kunstform erhoben. Beim Kontakt mit geschlechtsreifen Mitmenschinnen neigt er zum Erröten und dem vorübergehenden Verlust des Vokabulars. So richtig ausleben kann er sich eigentlich nur in den anonymen Online-Singlebörsen, in denen man seine Identität verbergen kann. Manche von den Schüchternen nutzen das, um richtig auf den Putz zu hauen und tatsächlich Frauen anzuschreiben. Beliebte Themen sind dabei Betrachtungen über die Schlechtheit der Gesellschaft, seine komplizierte Kindheit, das Rezitieren von Gedichten oder Verständnis für die Probleme der Frauen. Etwaige Aufforderungen zu einem persönlichen Treffen werden mit Hinweis auf Heiserkeit, Allergien oder eine extreme Schwellung abgelehnt. Und wenn gar nichts mehr hilft, wird das Profil gewechselt.

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Der Übervorsichtige

Der Übervorsichtige ist mit einem gesunden Misstrauen über die unwägbaren Freuden des Lebens gesegnet. Er weiß, dass es mit jeder Entscheidung nicht nur zu gewinnen gibt, sondern auch zu verlieren. Sein Motto lautet: Jedes gute Ereignis beinhaltet auch etwas Negatives. Vor jeder Kaufentscheidung werden erst einmal fleißig Testberichte, Kundenrezensionen und Verschwörungs-Foren gesichtet. Und dann wird ordentlich abgewogen, was zu tun ist. Auf diese Weise gelingt es dem Vorsichtigen in der Tat, so gut wie jedes Sonderangebot zu verpassen, jeden Kinofilm und jede Party.

Das sind sehr zweifelhafte Rekorde. Aber aus seiner Sicht werden Rekorde eh überbewertet. Und dass dieses Verhalten nicht nur Vorteile hat, mag wie ein Paradoxon wirken. Gottseidank ist er sich sicher: Vorteile haben immer auch Nachteile. Und da gilt es, nichts über das Knie zu brechen. Während andere darüber nachdenken, ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist, beschäftigt er sich eben lieber eingehend mit der Frage, ob es wirklich exakt die Hälfte ist, über die wir hier reden. Das könnte ja wichtig werden. Naja. Wie sich das bei auf die soziale Kontaktaufnahme auswirkt: Ich bin mir gerade nicht so sicher, ob es den Aufwand lohnt, es ausführlich zu beschreiben. Über die möglichen Vor- und Nachteile muss ich erst einmal nachdenken. Und während ich das tue, malen Sie es sich am besten selbst aus.

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Der Koordinator

Währenddessen kommen wir zum Koordinator. Er ist nun alles andere als ein Kostverächter – er ist der fiese, berechnende Hütchenspieler unter den Männern. Auch er wägt irgendwie ab. Aber nicht mögliche Vor- und Nachteile. Sondern wie es ihm gelingt, die größtmöglichen Vorteile zu generieren, ohne dabei aufzufliegen. Generalsstabsmäßig plant er sein Liebesleben und führt Buch über die Armada seiner Bekanntschaften (Vorlieben, Telefonnummern, gemeinsame Erlebnisse und ach ja, die Namen natürlich), wahrscheinlich mit einer Excel-Tabelle. Das er nicht aus dem Quark kommt ist einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass es einfach zu viele Quarks gibt, aus denen er kommen müsste.

Dass er sich so verhält, hat nichts mit der Frau persönlich zu tun. Das würde ja voraussetzen, dass er Persönlichkeit so etwas wie Bedeutung beimisst. Neinnein, so isser nicht. Streichen Sie einfach „aus dem Quark“ und sie haben eine ziemlich präzise Beschreibung dessen, was er beabsichtigt. Nicht nur Sie, liebe Damen, auch wir Männer verachten ihn (sofern wir nicht zu der Gruppe der Koordinatoren gehören). Schließlich ist so ein Verhalten nicht zu tolerieren. Überlegen Sie mal, wie viele potenzielle Beischläferinnen er bindet, die ohne ihn der Allgemeinheit zur Verfügung stünden. Irgendwann wird dieser Typ Mann die Excel-Tabelle vermutlich dazu benötigen, die Allimentezahlungen zu koordinieren. Geschähe im recht.

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In Kürze erfahren Sie, wie Jack Daniels und ADHS  die Situation beeinflussen.

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