Komm aus dem Quark, Mann (Teil 2 von 3)


…es geht weiter mit unserer schonungslosen Enthüllungsgeschichte über das Wesen des Mannes.

 

Wie sich die Faulheit in unser Leben schlich

Natürlich wäre auch Faulheit ein denkbarer Auslöser dafür, dass Männer nicht aus dem Quark kommen. Aber wie eingangs schon einmal angerissen, hängt das von der Situation ab. Wenn es zum Beispiel darum geht, gemeinsam abzuwaschen. In diesem Punkt bekenne ich mich schuldig. Ich habe mir sogar eine besondere Gähn-Technik angeeignet, um mich erfolgreich vor dem Abwasch zu drücken. Bei genauerer Betrachtung ist es allerdings mehr ökonomisches Verhalten. Oder meine ich eigentlich Nicht-Verhalten? Auf jeden Fall eine Überlebensstrategie, die wir uns im Laufe der Zeit aneignen mussten – um mal ein wenig Verantwortung weg zu schieben.

Schon der Volksmund lehrt uns:„Gut Ding will Weile haben.“ Nun ist es zwar so, dass der Volksmund möglicherweise nicht so viele sinnliche Vorzüge hat wie der weibliche. Dennoch hören wir sehr genau zu. Vielleicht hören wir in diesem ganz speziellen Fall sogar besser zu als die weibliche Mitbevölkerung. Davon leitet sich übrigens der weibliche Irrglaube ab, dass wir Männer der Frau nicht zuhören. Weil wir in bestimmten Situationen unsere ganze Aufmerksamkeit auf den Volksmund fokussieren. Und der ist in aller Regel auch weit weniger schrill und nervig als der weibliche, der uns zum Abwasch auffordert. Gott sei dank übrigens. Visuell betrachtet besitzen wir nämlich die Fähigkeit, dreckiges Geschirr nicht wahrzunehmen – haben Sie das gewusst?

Dann gibt es natürlich auch die Werbung, die uns seit früher Kindheit prägt. Kennen Sie die Werbung der „Jack Daniels“ Brennerei in Tennessee? Sie suggeriert: Hier hat man Zeit. Alles ist  gut und sonnendurchflutet. Die Brennmeister spielen Mühle, während der Whisky von Jahr zu Jahr besser wird. Man verdient Geld mit Rumsitzen. Heureka!

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Während der Spot wahrscheinlich den Zweck verfolgte, uns zum Whiskykauf zu animieren, förderte er vor allem unseren Wunsch, der Faulheit zu frönen. Das nenne ich mal ein fehlgeschlagenes Marketingkonzept. Die Macher des Spots wurden wahrscheinlich strafversetzt. In die „Jack Daniels“ Brennerei, Tennessee. Schöne Scheiße.

Herrgott, wie gerne hatte ich als Kind an so einem paradiesischen Ort arbeiten wollen. (Glaub ich. Meine Eltern meinen, ich hätte Eisverkäufer werden wollen. Gibt es inzwischen eigentlich schon die Geschmacksrichtung „Jack Daniels“? Man verliert da ja irgendwie den Überblick.) Ich bezweifle ja, dass es in der Brennerei tatsächlich so läuft wie in so einer zufriedenen Zwergenkolonie und werde bei Gelegenheit einmal genauer recherchieren. Aber für mich tut das nichts zur Sache. Die Faulheit ist bereits zum Automatismus geworden.

Halten wir also fest: Wir Männer sind geprägt von Kulturgut und der Werbung. Wie Frauen sehr wahrscheinlich auch. Was können wir denn dafür, dass sich bei Frauen offenbar ganz andere, Aktivitäten fördernde Überlieferungen des Volksmundes eingeprägt haben? Und sie mehr auf die neuesten Barbie-Werbespots abgefahren sind? Aus genau dem Grund steht ihr auf Haare bürsten, Pferde und Kerle, die Ken heißen.

Kinderkrankheiten für Erwachsene

Beim Thema „Werbung“ fällt mir ein weiteres Stichwort ein: Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Ich glaube, es bringt Kinder dazu, gebannt vor der Glotze zu sitzen, sich beliebige Werbespots rein zu ziehen und ihre Umwelt buchstäblich auszublenden. In anderen Situationen fallen sie durch inadäquate Zappelei und grobe Motorik auf. (Klingt alles verdächtig nach mir selbst.)

Das ist eigentlich nicht lustig. Dennoch fallen mir Bilder ein, die eine gewisse Situationskomik haben. Kleine fünfjährige Mädchen, die ihrem Angebeteten erste schüchterne Andeutungen machen, dass es langsam mal Zeit für einen ersten verlegenen Kuss sein könnte, während er zu sehr damit beschäftigt ist, nichts davon mitzubekommen, herumzuzappeln und vom Stuhl zu fallen. (Zu meiner Entschuldigung muss ich hervorbringen, dass ich mit dem Humor von „Dick und Doof“ sowie „Tom und Jerry“ aufgewachsen bin, denen oftmals weitaus schlimmere Dinge widerfahren sind, als vom Stuhl zu fallen.) Jaja. Auch ich bin ein Produkt meiner frühkindlichen Erfahrungen.

Natürlich kann man nun annehmen, dass das ADHS ja erst seit relativ kurzer Zeit in Umlauf ist. Aber bitte, meine Damen. Glauben sie ernsthaft, dass es die Erkrankung nicht schon seit Jahrzehnten gibt – nur weil sie zuvor von den Medien nicht erwähnt wurde? Aus dem einfachen Grund, weil es dafür noch keinen Namen gab? Ich meine, das ist doch keine Modewelle! Dick und Doof sind der beste Beweis. Und natürlich all wir Männer! Wenn sie feststellen, dass wir nicht zuhören bzw. den Quark nicht verlassen, dann sollten Sie uns nicht verurteilen, sondern helfen. Möglicherweise sind wir krank!

Wir bedürfen Ihrer Anteilnahme und Fürsorge! Ein kleiner Tipp: Ein Verwöhntag inklusive Ganzkörpermassage soll bei der Therapie gute Erfolge zeigen. Entsprechende Studien laufen.

Freuen Sie sich   auf Teil 3, bei dem wir uns dem Quark widmen und einen Dialog des Mannes mit seinem Unterbewusstsein in Echtzeit verfolgen. Mal sehen, ob uns das schlauer macht…

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